Freitag, 28. August 2009

Fieldreport: Lass sie mal machen ...

Ich war auf einer privaten Party. Nach und nach trudelten die weiteren Gäste ein - zu 75% Frauen. Nach etwa einer Stunde kam Martina (Name von der Red. geändert) zur Tür herein. Groß, schlank, dunkle Haare und irgendwie ... süß :) Sie viel mir (offensichtlich ;) gleich auf - und setzte sich zu der Gruppe, in der auch ich saß. Sie war die hübscheste von allen ... eine 11 auf der 10-teligen Skala ;)

Anfangs wirkte sie ziemlich unsicher (arrogant). Nachdem Sie ein paar mal von ihrem ersten Drink genippt hatte, hab' ich sie angesprochen. Der Opener auf einer privaten Party ist sowieso aufgelegt. Ne, nicht "Woher kennst Du die Gastgeberin" sondern "Kennst Du auch nicht so viele Leute hier?". Zugegeben, nicht besonders originell, aber er ermöglicht einen weiteren Gesprächseinstieg. "Nein, kenne hier fast niemanden" antwortet sie, worauf ich sie anlächelte und einfach nur "+1" meinte.

Opener (also das Ansprechen eines OdB) auf privaten Partys sind easy. Entweder kennt man die Freundin, fragt nach dem WC, der Bar, den Getränken, etc.

Ich versuchte ein Gesprächsthema zu finden, bei dem sie mitreden konnte - und bei dem es sich nicht um die 08/15 Themen wie Kino, Job, etc. handelt. Vor allem nach dem Job frage ich nie. Schnell war ein Thema gefunden und wir unterhielten uns eine Stunde lang prächtig. Langsam taute sie auf.

Wichtig nach dem Opener ist, sofort in ein Gespräch einzusteigen bzw. ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden. Ein wenig Smalltalk ist zu Beginn okay, aber dann soll die Unterhaltung etwas tiefgründiger werden. Es ist die Aufgabe des Mannes, das Gespräch auf ein Thema zu lenken. Das geht in den meisten Fällen sehr einfach. Hör' Ihr zu! Spricht sie ein Thema an, wo du mitreden kannst, sofort einhaken und das Gespräch führen! Ein Gespräch zu führen heisst jedoch nicht, einen Monolog zu halten, sondern ihr immer wieder kleinere Themen zu geben, über die sie erzählen kann. Dann gibst du dazu deine Meinung ab - und bitte, du musst nicht immer ihrer Meinung sein. Sei ruhig anderer Meinung oder widersprich ihr!

Danach lenkte ich das Gespräch auf ein emotionales Thema. Dafür bieten sich z.b. Urlaub oder Sport an. Es sollte ein Thema sein, dass bei ihr, dem OdB, ein positives Gefühl hervorruft. Das wichtigste in den ersten ein bis zwei Stunden ist, dafür zu sorgen, dass sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlt, dass sie sich gut unterhält und auch lachen kann. Ab und an ein wenig C&F (Cocky & Funny; d.h. einen Scherz machen und ein wenig (charmant) frech sein). Sie unterhielt sich zwar gut, aber kein einziges Anzeichen eines IOIs (Indicator of Interest). Gut, schalten wir einen Gang höher.

Cocky & Funny ist eine Flirttechnik. Dabei lässt man im Gespräch ab und an kleine Frechheiten fallen. Man versteht z.b. etwas, das sie sagt, bewusst falsch oder zweideutig und wird ihr gegenüber ein wenig (charmant) frech! Man zieht sie einfach ein wenig auf. Es ist wichtig das Flirtgespräch zwischendurch immer wieder ein wenig aufzulockern. Mach' nicht den Fehler mit ihr sachlich zu diskutieren. Ihr seid nicht auf einer Podiumsdiskussion. Mach' ihr unterschwellig klar, dass du etwas von ihr willst. Der Spruch "was sich liebt, das neckt sich" kommt nicht von ungefähr. Neckst du sie immer wieder mal, signalisierst du ihr damit deine Sympathie. Neckt sie dich, sagt sie dir "Hey, du gefällst mir bzw. ich finde dich interessant"

An passender Stelle einen NEG gebracht. Hat wunderbar funktioniert. Sie sagte "Heyyyyyyy, Du Frechdachs" und boxte mir auf den Oberarm. Na bitte, geht doch :) Und natürlich hab ich sanft zurückgeboxt ;) Jetzt kam der erste IOI. Sie schnappte sich die Getränke Karte und spielte damit herum, während wir uns unterhielten. Herumspielen ist ein wenig untertrieben. Sie knetete, drehte und faltete die Karte, bis sie komplett hinüber war. Ich hab ihr die Karte mit den Worten "Du brauchst nicht nervös sein, ich tu' dir nichts" weggenommen. Sie war perplex und spielte mir Ihrer Halskette weiter.

Ein NEG ist ebenfalls eine Flirttechnik. Ein NEG ist eine freche, unverschämte - aber immer noch charmante - Aussage gegenüber deinem OdB. Das Ziel eines NEG ist es, sie in eine "Rechtfertigungsposition" bzw. eine "Beweisposition" zu bringen, aus der heraus sie dir (unbewusst) beweisen will, dass sie eine tolle, begehrenswerte Frau ist. Man sagt auch "Sie qualifiziert sich". Zuviele NEGs sollte man vermeiden, weil man sonst dem OdB eher das Gefühl gibt nicht, nicht gut genug zu sein. Und irgendwann gibt sie auf. Ein NEG hat dann richtig funktioniert, wenn sie Aussagen wie "Du Frechdachs" oder ähnliches bringt und dir dabei z.b. auf den Oberarm boxt.

Ich rückte ein wenig näher zu ihr, lies aber soviel Platz zwischen uns, dass sie noch immer die Möglichkeit hatte, näher zu mir zu rutschen. Die nächste Stunde gab's einen IOI-Regen. Einen nach dem Anderen. Nach dem herumspielen mit der Kette waren ihre Haare dran. Sie legte ihre Arme im Gespräch auf meinen Oberschenkel, tatschte mir immer wieder auf die Schulter und den Rücken und rückte immer näher. Ich blieb sitzen und fing im Gespräch an, sie ebenfalls, wie zufällig, zu berühren.

Okay, das war fies von mir :) Ich habe ihr mit meinem Näherrücken gezeigt, dass ich sie anziehend finde ihr aber gleichzeitig durch das Platz lassen gezeigt, dass ich von ihr auch eine Reaktion erwarte. Also, dass sie mir zeigt, dass ich sie interessiere. Das tat sie dann auch durch eine ganze Reihe von Indicators of Interest (IOIs).

Was bei ihr total fehlte, war der Eye-IOI, also das Halten des Augenkontaktes länger als drei Sekunden. Dafür machte sie etwas anderes, was ich als IOI schon fast wieder vergessen hatte. Den Dreiecks oder Diagonalblick. Ihr Blick wanderte ständig (im Sekundentakt) zwischen meinen Augen und meinem Mund hin und her.

Wie gesagt, diesen Dreiecksblick hatte ich schon fast vergessen, da er "in der Praxis" selten vorkommt. Beobachte immer ihre Augen. Wo sieht sie hin? Wie lange? In welchen Abständen wechselt der Blick? Eye-IOIs sind entweder ein längerer Augenkontakt (über 3 Sekunden) oder eben der in kurzen Abständen wechselnde Blick zwischen Mund und Augen. Der Dreiecksblick signalisiert auch leichte "Unruhe": "Küßt er mich jetzt oder nicht"?

Auf einmal lag ihre Hand in meiner. Ich sah sie an, und meinte lächelnd "Huch, wie ist das den jetzt passiert". Sie zog ihre Hand zurück, sah zu Boden und meinte nur "Sorry". Das war jetzt der Punkt. Buying Temperature erreicht, und ein kleiner NEG. Jetzt oder nie. Ich sah sie an und fragte : "Du weißt schon, was du mir damit sagst?". Sie meinte daraufhin: "Nein". Ich daraufhin: "das" und küßte sie.

Okay, "Händchen halten" passiert nicht zufällig. Das war ein eindeutiges Signal ihrerseits. Ihre Buying Temperature war erreicht. Frei übersetzt bedeutet Buying Temperature, dass sie jetzt "heiß" genug ist, um geküsst zu werden ;) Wie Frauen so sind, küßt sie natürlich nicht dich sondern zeigt dir, dass du sie jetzt küssen darfst :) Sobald ihre Buying Temperature erreicht ist, hast du nicht mehr viel Zeit, vielleicht ein paar Sekunden in denen du sie küssen solltest. Verpasst du den Punkt, lass keine Hektik aufkommen, lass sie ein wenig "abkühlen" und weiter geht es mit zufälligen Berührungen deinerseits usw.

Bevor wir, kurze Zeit später, gingen hab ich unverblümt gesagt, dass ich sie gerne wiedersehen würde und sie gab mir Ihre Telefonnummer. Bei der U-Bahn Station noch eine leidenschaftliche Verabschiedung und sie sagte: "Wehe dir, wenn du mich nicht anrufst, dann ruf ich dich an ...

Frauen möchten immer gerne wissen, woran sie sind. Vor allem beim ersten Treffen bzw. Kennenlernen. Lässt du sie darüber im Unklaren, signalisierst du ihr, dass du kein Interesse hast ... Natürlich, ein wenig Unklarheit ist auch zu deinem Vorteil, das lässt dich interessant erscheinen. Sagst du ihr, dass du sie wiedersehen willst, signalisierst du ihr damit dein Interesse, ohne zuviel zu versprechen.

Und warum trägt dieses Posting den Titel "Lass sie mal machen"? Ganz einfach, ich hab' nich viel getan. Ich hab's nur in die "richtige" Richtung gelenkt und es zu einem KC (Kiss Close) geführt.

Kommentare:

  1. ja, die Frau bestimmt das Tempo. die Art und Weise der beschriebenen Gesprächsführung ist auch gut. aber der Artikel ansich mit diesen Abkürzungen.. Abstossend. twitter/Indecence

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  2. Was der Mensch nicht alles glaubt, selbst und bewusst bestimmen zu können :o) Die Abkürzungen werden in gängiger Literatur verwendet. Der Leser, der sich intensiver damit beschäftigt soll wissen, worauf ich mich beziehe.

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  3. irgendwie find ichs verstörend, dass es echt für alles eine gebauchsanweisung zu geben scheint.

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  4. @karomonster, wer das als Gebrauchsanleitung sieht und einfach Punkt für Punkt "abarbeitet", wird kläglich scheitern. Ohne Einfühlungsvermögen, ohne aufmerksames Zuhören und ohne an sich selbst zu arbeiten, kann man Flirten mit der besten "Gebrauchsanleitung" nicht lernen.

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  5. der leser der all diese bezeichnungen schon kennt braucht diesen artikel nicht in dieser Form. hatte kürzlich ein ähnliches erlebnis. gesprächsührung konnte er, dass ich kein körperliches interesse an ihm habe erkannte er jedoch nicht wircklich.. in dem punkt sind die meisten Männer mies. dabei ist die Regel ganz einfach: Berühre eine Frau erst nachdem sie dich berührt hat :) Indecence

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  6. @Indecence: Sehe ich nicht so ... Mann darf ruhig mal den Anfang machen, aber er muss (bzw. sollte) auf eine Reaktion warten!

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  7. und das alles dafür, sie ins bett und als wp zu bekommen, um dann den gesamten verlauf der wp-affäre zu twittern und/oder hier breitzulatschen.
    du bist schon ein toller typ. und so originell! wahnsinn.

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  8. @karomonster
    Das ist eine Archetypische Betrachtungsweise der Situation. Man(n) soll etwas können, ohne es vorher gelernt zu haben.
    Das Resultat (ein guter Flirtpartner/Liebhaber/Freund/Ehemann usw.) ist zwar erwünscht, aber die Information wie ein Flirt statt findet soll natürlich aus dem Nichts entstanden sein.

    Oder aber: der eine hat'ts eben und der andere nicht (wobei das haben oder nicht haben, nur erlernen durch zufällig vorhandene oder nicht vorhandene Vorbilder entstanden ist).

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